WTC 9/11

WTC 9/11

Film
2007
Die Bilder der Anschläge vom 11. September 2001 in New York erschütterten das Weltbild vieler Menschen, über den gesamten Globus verteilt. Terroristen entführten vier Verkehrsflugzeuge, lenkten zwei davon in die Türme des World Trade Centers und eines ins Pentagon. Das vierte Flugzeug stürzte ab. Etwa 300 Personen wurden getötet.

Dieses Ereignis veranlasste den einen oder anderen, sich Gedanken darüber zu machen, wie so etwas geschehen konnte, wie etwas Derartiges möglich ist, noch dazu in einer Größenordnung, wo Begriffe wie „Massenvernichtung“ oder „terroristischer Massenmord“ verwendet werden. Die Rollenaufteilung zwischen Opfer und Täter scheint klar festgelegt zu sein. Das Feindbild Islam war erfolgreich erschaffen und ins Angstzentrum des Gehirns als traumatischer Erlebnisinhalt abgespeichert und integriert worden.

Mit meiner Arbeit versuche ich dies in Frage zu stellen. Eine klare Abgrenzungslinie zwischen Opfer- und Täterverhalten ist für mich nicht, oder nur unzureichend möglich. Das Licht wird in diesem Zusammenhang seiner metaphorischen Symbolkraft als Lebensgrundlage und Substrat des Schöpferischen enthoben und zum Todeswerkzeug umfunktioniert.

Licht als Todeswerkzeug:

Die Tatsache, dass Einsteins Relativitätstheorie (E = mc²) indirekt am Bau der ersten Atombombe beteiligt war, macht deutlich, dass von Licht als Material auf verschiedenste Art Gebrauch gemacht werden kann.

Es ist also denkbar, dass das vermeintlich „Gute und Schöne“ nie nur „schön und gut“ sein muss, dass alles immer alles sein kann, beziehungsweise nichts ist oder automatisch sein muss. In der Art und Weise wie Licht, rein physikalisch betrachtet, nie nur teilchen- oder wellenförmig in Erscheinung tritt, sondern immer beide Eigenschaften gleichzeitig aufweist.

Im Film kollidieren Fliegen mit, unter elektrischer Spannung stehenden, Drähten, woraus Miniaturexplosionen resultieren, ähnlich jener, wie sie im Rahmen der Anschläge vom 11.09.2001 zu sehen waren, als die Flugzeuge mit dem World Trade Center kollidierten.

Man muss verstehen, dass sich Fliegen und im Speziellen nachtaktive Insekten von Lichtquellen angezogen fühlen, ohne sich diesem Drang entziehen zu können. Dies bedeutet, eine Fliege ist auf eine bestimmte Art konditioniert und programmiert, ohne sich darüber im Klaren zu sein, dass diese Tendenz auch gegen sie gerichtet, schädlich für sie sein könnte. Sie glaubt, sie tut das „Richtige“.

Bei näherer Betrachtung des Begriffs „Märtyrer“ fiel mir auf, dass die in Aussicht gestellte Auferstehung und, die Vorstellung vom Paradies, möglicherweise eine ähnliche Angezogenheit verursachen könnte. Ein Märtyrer ist bereit, für die vom System für ihn bereitgestellten Überzeugungen, seinen eigenen Tod in Kauf zu nehmen. Sein Glaube ist so stark, dass ihn selbst die Tatsache, dass 2.999 weitere Personen mit ihm sterben werden, nicht davon abhalten kann.

Wäre es also möglich und denkbar, dass unsere individuellen Glaubensätze und Überzeugungen, unsere sozialen, religiösen und politischen Prägungen ausschlaggebend dafür sind, dass wir das sozusagen „Gute“ vom „Bösen“, beziehungsweise das „Richtige“ vom „Falschen“ nicht mehr unterscheiden können?

Haben wir wirklich so viel Macht über unsere Gedanken, um mit Sicherheit sagen zu können, dass es unsere eigenen Gedanken sind, die wir gerade denken und nicht die von jemand anderem? Ist also nicht nur der Bezug zwischen Raum und Zeit relativ, sondern auch unsere Vorstellung von der Realität?

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