EINSICHT

#EINSICHT

Bilderzyklus mehrteilig/ Ölgemälde
2015
Der Mensch als Material wird zum Substrat für den aktiven Wissenserwerb, die fotografische Dokumentation von plastinierter menschlicher Materie zum Ausgangsmaterial für meine Portraits. Der Anschein von „Lebendigkeit“ wird anhand des Plastinats reproduziert und in weiterer Folge auch im Bild. Das Plastinat stellt den Versuch dar, Leben zu konservieren, teilweise auch zu rekonstruieren. Es handelt sich hierbei auch um eine Metapher dafür, dass ohne Reproduktion kein Leben möglich wäre.

An der Basis meiner Auseinandersetzung sind Erkenntnisse und Überlegungen vorzufinden, die sich einerseits vom neuen Materialbewusstsein der Wiener Aktionisten (Mensch = Material) und andererseits aus aktuellen, quantenphysikalischen Überlegungen herleiten lassen.

Ebenso beziehe ich mich auf die entwicklungsgeschichtlichen Wurzeln der Lichtkunst, nämlich der Malerei.

Ich verstehe das Licht als Grundsubstanz von Materie, sowie von menschlichem Gewebe und allem was uns umgibt. Es stellt hierbei keine fixe Größe dar, sondern befindet sich in einem ständigen Zustand des sich Veränderns, und mit ihm die Materie, als dessen kleinster Baustein es betrachtet werden kann.

Daher ist die Arbeit als Lichtarbeit, oder Lichtportrait zu verstehen, selbst wenn dafür keine Stromquelle benötigt wird.

Wie aus Licht Materie gemacht wird:

Die Quantenphysik erklärt, dass sich jede Form von Materie aus Licht und Information zusammensetzt, dass alles, was uns umgibt und was wir sind, aus Licht und Information besteht und nicht das Atom der kleinste Baustein von Materie ist.

Seit ca. 80 Jahren versucht man die „Umkehrung der Relativitätstheorie“ (Breit- Wheeler Theorie) praktisch zu bestätigen, indem man Photonen miteinander kollidieren lässt, sodass ein Elektron und ein Positron (= kleinste nachweisbare Form von Materie) erzeugt werden. 1997 ist dies erstmals ansatzweise gelungen. Seit Mai 2014 arbeitet man erneut daran die Theorie in ihrer Reinform experimentell zu bestätigen.

Anhand des „Doppelspalt – Experiments“ hat man herausgefunden, dass Licht seinen Zustand verändert, sobald es unter Beobachtung steht. Es ist also in der Lage zwischen teilchen- und wellenförmigem Zustand hin- und herzuwechseln, sobald es gemessen oder beobachtet wird. Der Beobachter lässt die Lichtwelle also kollabieren. Das bedeutet, dass sich Materie über die reine Beobachtung verändern lässt.

Ebenso wird davon ausgegangen, dass wir in einer hollografischen, multidimensionalen Welt leben. Jedes Teil eines „Ganzen“ beinhaltet die gesamte Information, eben über „das Ganze“ in sich, unabhängig davon wie oft es noch unterteilt werden würde. Dies ist ein Naturprinzip, welches uns unter anderem anhand von Fraktalen laufend vor Augen geführt wird, sobald ein Objekt aus mehreren, verkleinerten, völlig identischen Kopien seiner selbst, aufgebaut ist.

Diese neuen Erkenntnisse der Quantenphysiker in den 1980er Jahren haben die Vorstellung von der Realität maßgeblich verändert. Das biologische Modell der Moleküle als kleinste Einheit des Organismus, wurde bis dahin als Maschine gesehen, die physikalisch und chemisch arbeitet. Das Kontrollsystem des menschlichen Körpers bestünde demnach aus Hormonen und Enzymen, der geistige Aspekt wird hierbei vollständig ausgeklammert.